Geschichte von Oberdorf

Der Name

Der alte fränkische Ortsname hält sich bis ins ausgehende 15. Jahrhundert, dann wird er allmählich vom dialektisch abgekürzten Oberdorf verdrängt. In einer Urkunde von 1345 heisst es noch "ze Onoltzwil in dem obern dorff", 1422 "ober Onoltzwil". 1491 wird Oberdorf als Ortsname erstmals schriftlich überliefert.

Zu erwähnen ist schliesslich noch folgendes: In und um Oberdorf wird dieser Name auf eine ganzbesondere Art ausgesprochen. Viele Oberdörferinnen und Oberdörfer sagen nicht O b e r d o r f, sondern Ober d o r f, legen die Betonung also auf die letzte Silbe. Dazu kommt eine Eigenart, die für viele Gemeinden des Oberbaselbiets typisch ist: Das R wird nur angedeutet resp. fast ganz unterdrückt, in diesem Fall besonders das erste R.
 

Das Wappen

Das Wappen von Oberdorf - ein stehender gotischer Schlüssel mit dem Buchstaben O im Schlüsselgriff, in Silber und Blau, auf schräg linksgeteiltem Grund mit gewechselten Farben - ist dagegen sehr jungen Datums. Im Hinblick auf die Schweizerische Landesaustellung von 1939 in Zürich erging an alle Städte, Dörfer und Flecken der Eidgenossenschaft der Aufruf, ihre Fahnen zu entsenden. Da Oberdorf und andere Baselbieter Gemeinden zu jener Zeit noch kein Wappen besassen, wurde eine Subkommission ins Leben gerufen mit dem Auftrag, solche zu schaffen. Der von dieser Kommission ausgearbeitete Entwurf fand in Oberdorf Gefallen und wurde am 21. Juni 1938 von der Einwohnergemeindeversammlung gutgeheissen.

Die Idee, das Symbol des Kirchenpatrons von St. Peter, den Petrusschlüssel, ins Wappen aufzunehmen und dabei die Falllinie des Bergsturzes einzubeziehen, der für die Teilung der Gemeinde Oberdorf und Niederdorf mitbestimmend war, stammt im wesentlichen von Jakob Walser-Mühlethaler, der das Wappen auch entwarf.
 

Aus der Geschichte

Nach dem Krieg hoffen die Landschäftler auf eine Befreiung von den drückenden Kriegssteuern, zumindest auf einen Nachlass. Doch die Stadt sieht ihre Autorität gefährdet und bleibt stur. Sie tun nichts gegen den Zerfall der Getreidepreise und auch am Salmonopol, das ihr viel einbringt, hält sie fest. Viele Bauern müssen sich bei Städtern verschulden, auswandern dürfen sie nicht. Alle Petitionen an den Rat und Bittgänge aufs Schloss helfen nichts und so kommt es zum bewaffneten Konflikt.

Wie die Luzerner und die Berner erheben sich auch die Baselbieter. Einer ihrer Wort- und Kriegsführer kommt aus Oberdorf: Der Weber Uli Schad. Ihre alten Rechte wollen die Bauern zurückhaben, viel mehr nicht. Doch die Stadt bleibt, wie wir wissen, unerbittlich und militärisch weit überlegen. Der Aufstand wird niedergeschlagen. Als Mann der Tat wird Schad in den Verhören schwer belastet und als einer von Rädelsführern zum Tode verurteilt. Am 27. September 1653 wird er in Basel gehängt. Heute erinnern in Oberdorf eine Strasse und ein Brunnen an den bekannten Bauernrebellen.

Weitere geschichtliche Ereignisse können in der Heimatkunde von Oberdorf gelesen werden.